LEBENS-GLOSSAR


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Freiheit und Unabhängigkeit

Freiheit und Unabhängigkeit 

 

Unabhängigkeit wird nur dann interessant, wenn wir von jemandem oder etwas abhängig sind. Wir sind abhängig, wenn wir unsere Lebensqualität von den Umständen, dem Geld, den Menschen, der Arbeit oder sonst etwas abhängig machen. Wenn unser Glück oder Unglück von aussen bestimmt wird, dann sind wir abhängig.

Diese Abhängigkeit kann beispielsweise wirtschaftlich, politisch, religiös, partnerschaftlich, emotional, psychisch oder sogar seelisch sein. Dieser Zustand kann nur dann entstehen, wenn wir die Verantwortung für unsre Leben nicht übernehmen, sondern anderen übertragen, damit sie für unser Glück sorgen. Das Problem ist, dass die Verantwortung für das eigene Glück nicht übertragbar ist. Wenn wir dies dennoch versuchen, werden nicht nur wir immer einsamer und unglücklicher, sondern auch unsere Mitmenschen leiden immer mehr darunter.

Gerede diejenigen belasten wir am stärksten, die wir am meisten lieben. Abhängigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen führ automatisch zu Anhänglichkeit. Diese ist nichts anderes als eine seelische Abhängigkeit von einem Menschen, wie bei einem Drogenabhängigen.

Viele von uns neigen dazu, weil sie eine unrealistisch negative Meinung über sich selbst haben. Sie haben sich als Kinder oder Jugendliche einreden lassen, sie seien zu nichts zu gebrauchen und hätten keine Talente und Fähigkeiten. Aus Verzweiflung über diese falsche Annahme, sie seien nicht in der Lage, allein zurecht zu kommen, ist ihre Angst vor Alleinsein und Einsamkeit entstanden. Diese Angst führt zur Anhänglichkeit und damit die seelische Abhängigkeit.

Die Wahrheit ist aber, dass jeder alles lernen kann, was er sich wünscht. Der Talentiert lernt nur schneller und mit weniger Mühe, das ist alles. Vor allem als Kinder übernehmen wir ungeprüft das, was man über uns sagt. Insbesondere von den Menschen, zu denen wir aufschauen. Je weniger wir von uns halten, desto ängstlicher und anhänglicher werden wir, weil wir unbewusst glauben, wir seien nicht imstande, unser Leben allein zu meistern.

Der Wunsch nach Unabhängigkeit entsteht durch die Unerträglichkeit der Abhängigkeit und die Sehnsucht nach Freiheit.

Freiheit ist eines der fünf göttlichen Schöpfungsprinzipien. Das sind die Zielsetzungen Gottes für die gesamte Schöpfung. Diese sind: Einheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Freiheit und Gerechtigkeit.

Demnach ist jede Schöpfung in der ganzen Unendlichkeit frei. Das heisst, sie sollte nicht eingeschränkt, ausgebeutet oder versklavt werden. Weltweit wird zwar so getan, als sei die Sklaverei abgeschafft, aber in Wahrheit werden Menschen öffentlich als Arbeitskräfte bezeichnet. Wenn jemand in der Öffentlichkeit über seine Mitmenschen so redet, wie mag er dann im Verborgenen über sie denken?

Freiheit ist so elementar für das Leben, dass ohne sie kein Leben möglich ist. Leben ist Entfaltung, Wachstum und Bewegung.

Wenn wir in unserer Freiheit eingeschränkt sind, können wir uns nicht richtig bis gar nicht bewegen und entwickeln. Das gilt insbesondere für die geistige Freiheit, die in unserer Zivilisation immer mehr verloren geht. Jeder Mensch ist frei, so zu denken, wie er es für richtig hält.

Wo und wie oft denken wir in unserem Leben so, wie wir wollen? Wo sind wir so frei, dass wir unsere Meinung einfach sagen können? Nicht einmal unsere Familienmitglieder oder selbst ernannte Freunde erlauben uns, unsere Meinung zu äussern und unseren eigenen Weg zu gehen, wenn es ihren Egos nicht recht ist.

Die Bildung der eigenen Meinung wird immer schwieriger, weil wir immer stärker manipuliert werden. Die Werbung, die wir in jeder Zeitung, im Kino oder Fernseher sehen, ist schon lange keine Werbung mehr, sondern Manipulation und damit auch ein Eingriff in unser freies Denken.

Jede Manipulation ist ein Eingriff für eigene, selbstsüchtige Zwecke. Wenn man mit der Werbung versucht, uns zu animieren, etwas zu kaufen, was wir nicht einmal brauchen, dann ist das sogar ein Betrugsversuch.

Das Ziel unserer selbst ernannten Zivilisation ist, die Mitmenschen zu Konsumenten, Arbeitskräften und Mitläufern zu verdummen. Besonders in Industrienationen und bei Grossmächten ist dies zum grossen Teil gelungen. Nicht mehr der Mensch ist wichtig, sondern was er den Reichen und Mächtigen bringt.

Die Einschränkung der Freiheit ist ein Eingriff in das Leben und Schicksal eines anderen. Das ist ein Verstoss gegen das göttliche Prinzip der Freiheit und sollte unterlassen werden. Trotzdem ist es in dieser Welt völlig normal geworden, dass wir uns überall einmischen, wo es geht. Viele Eltern erkennen nicht einmal den Unterschied zwischen Einmischung und Erziehung.

Unabhängigkeit ist ein Zwischenschritt zur Freiheit. Doch Freiheit ist ein unabdingbarer Bestandteil des Lebens.

Wer sich in einer Abhängigkeit befindet, kann sich darüber ärgern oder über die Freiheit freuen. Denn der wahre Weg ist, durch Abhängigkeit zur Unabhängigkeit und von dort zur Freiheit zu gelangen. Jeder von uns ist von etwas abhängig. Allein die Tatsache, dass wir immer wieder unser Glück von etwas abhängig machen, zeigt uns, dass wir nicht frei sind. Doch unsere Abhängigkeit ist ein Sprungbrett zur Unabhängigkeit, und die die Unabhängigkeit ist die Brücke zur Freiheit. Dies ist ein langsamer Prozess und braucht Zeit, aber es lohnt sich, immer auf den eigenen Beinen zu stehen, besonders in geistiger Hinsicht.

 

Quelle dieses Textes:

Saeed, Triumph der Liebe über das Ego – Anleitung zur Glückseligkeit, Lichtwanderer Verlag, 2016.

ISBN 978-3-946082-04-0


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Recht und Gerechtigkeit

Recht und Gerechtigkeit

 

Auch wenn sich diese zwei Begriffe ähnlich anhören, haben sie so gut wie gar nichts gemeinsam! Gerechtigkeit ist eins der höchsten Prinzipien und Ziele der göttlichen Ordnung. Sie schenkt uns die Freiheit aus Liebe zum Leben. Dabei ist niemand höher oder niedriger, und niemand verurteilt niemanden.

 

Doch bei uns Menschen sieht es ganz anders aus.

 

Wir wollen zwar Gerechtigkeit erfahren, aber nicht gerecht sein.

Aus diesem Widerspruch sind unsere Rechtssysteme entstanden.

 

Wir verurteilen einander, belasten uns mit gegenseitigen Schuldzuweisungen, während jeder sich selbst für unschuldig hält. Solange wir die Schuldfrage klären wollen und einen Schuldigen suchen, den wir dann verurteilen können, wird es in dieser Welt keine Gerechtigkeit gegeben. Solange es keine Gerechtigkeit in unserer Welt gibt, wird es auch keinen Frieden geben. Ohne Frieden sind Konflikte und Kriege vorprogrammiert.

 

Unsere Richter verdienen ihr Geld mit der Verurteilung und Bestrafung der angeblichen Schuldigen, die sie noch nie gesehen und kennengelernt haben. Obwohl sie bei der Tat nicht dabei waren, müssen sie ein Urteil abgeben. Im Namen des Volkes wird das Volk immer wieder verurteilt. Die Frage ist: inwieweit ist es der Wille des Volkes, verurteilt zu werden?!

 

Das menschliche Rechtssystem ist in der ganzen Welt auf der Schuldfrage aufgebaut. Damit werden den Menschen Rechte zu und abgesprochen. Auf diese Weise entscheidet jeder Richter anders als sein Kollege in anderen Ländern, Städten und sogar im nächsten Verhandlungsraum.

 

Deshalb ist die Gerechtigkeit in der Hand der Menschen zu einer Verhandlungssache geworden. Es geht nicht mehr darum, ob etwas gerecht ist oder nicht, sondern wer besser verhandeln kann. Gerechtigkeit ist wie der Handel auf dem Flohmarkt zu einer Verhandlungssache zwischen einem ehrgeizigen Staatsanwalt und dem geldgierigen Verteidiger geworden.

 

Auch wenn sich die meisten Anwälte, Staatsanwälte und Richter gewissenhaft Mühe geben, haben wir Menschen nicht die Macht und Befugnis, Gerechtigkeit zu bestimmen, sondern sie zu erkennen und walten zu lassen.

 

Es gibt kein gerechtes Urteil,

denn jedes Urteil ist eine Verurteilung,

und jede Verurteilung ist ungerecht,

(Wer ohne Sünde und Fehler ist, möge den ersten Stein werfen).

 

Wer gerecht ist, verurteilt nicht,

wer verurteilt, hat die Liebe noch nicht verstanden.

 

Solange es Verurteilungen gibt,

wird es keine Gerechtigkeit geben,

sondern nur Konflikte und Kriege.

 

Denn bei der wahren Gerechtigkeit gibt es niemals eine Verurteilung, sondern nur Aufklärung. Denn Menschen, die etwas Böses tun, sind nicht böse, sondern im Geiste verirrt und werden deshalb Marionetten des Bösen.

 

Eine Verurteilung oder eine Inhaftierung vergrössert das Böse in den Menschen. Diejenigen die Böses tun, brauchen eine geistige Aufklärung aus Liebe, Verständnis, Geld und Barmherzigkeit. Denn wir können das Böse in den Menschen nicht mit Gewalt, Verachtung und Hass beseitigen, sondern nur mit Vergebung und Liebe.

 

Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.

 

Die menschliche Gerechtigkeit bringt uns nur Rachegefühle, Gewalt und Zerstörung.

Doch die Gerechtigkeit Gottes führ uns brüderlich zusammen und macht aus Täter und Opfer Geschwister, die sich verzeihen und wieder lieben.

 

 

 

Quelle dieses Textes:

 

Saeed, Triumph der Liebe über das Ego – Anleitung zur Glückseligkeit, Lichtwanderer Verlag, 2016.

ISBN 978-3-946082-04-0